Reblochon – ein Steuersünder

Viele Käsesorten entstanden durch Zufall, weil sich die Leute früher nicht anders zu helfen wussten, wie in diesem Fall der Reblochon aus Savoyen.

Von der Bauernschläue

Wie allgemein bekannt, waren die Bauern im Mittelalter Leibeigene und mussten ihren Herren den Zehnten ihres Ertrages abgeben, das galt auch für die Milch. Manche Bauern waren aber schlau und haben ihre Kühe nicht ganz abgemolken. Als die Steuereintreiber dann aber weg waren, wurde die Milch gemolken. Der Name Reblochon bedeutet deswegen „ein zweites Mal melken“. Die nachgemolkene Milch war besonders fettreich, aber nicht so lange haltbar. Deshalb entstand dieser wunderbare Käse. Aufbewahrt beziehungsweise versteckt hat man ihn in einem illegalen Erdloch, neben der Jauchegrube. Heute ist die handwerkliche Herstellung natürlich legal.

Der Reblochon.

Die Sache mit dem Stempel

Bei einem grünen Wachsstempel – auf der Unterseite des Käses – wird der Reblochon in Stallnähe gelagert, dabei wird die warme und gefilterte Stallluft in den Reiferaum gelassen. In diesem Fall würde ich die Rinde nicht mitessen.

Hat der Reblochon aber einen roten Wachsstempel, wird er in Reiferäumen gelagert, die von einen Stall weit entfernt sind.

So schmeckt er mir

Der Reblochon, den ich bei meinem Arbeitgeber verkaufe, hat einen grünen Wachsstempel. Er hat einen leichten Geruch nach Stall. Im Mund kommt der würzige Geschmack zur Geltung und im Abgang hat er eine leichte Heunote.

Eine Finanzbeamtin probiert das Ergebnis einer Steuerhinterziehung.

So schmeckt er einer Finanzbeamtin von heute

Die Freundin eines guten Freundes von mir ist Finanzbeamtin. Als ich neulich bei ihnen war, habe ich Käse mitgebracht – dabei war natürlich auch der Reblochon. Er schmeckte ihr sehr gut, obwohl sie Hartkäse lieber mag.

Was passt dazu

Zum Reblochon passt ein gutes Baguette, ein Paprikagelee und ein Glas Grauburgunder. Man kann aber auch Birnen, Äpfel oder Dörrobst dazu essen.

Der Reblochon von vorne.

Reblochon warm

In Savoyen gibt es eine Art Raclette, das nennt man „Reblochonade“. Ein anderes Gericht heißt „Tartiflette“, das ist ein Kartoffelauflaufgericht, das man mit Reblochon überbackt. Die „Tartiflette“ werde ich mal kochen und berichten wie sie schmeckt.

Veröffentlicht von kasmartl87

Ich arbeite seit Juni 2019 mit Käse und ich bin hier, weil ich meine Leidenschaft mit anderen teilen will.

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